Neuer Carrier VoIPswitch in Produktion
Statistisch gesehen hatten wir von 2014 bis 2024 fast keine Ausfälle. Falls es welche gab, waren diese auf ein Funktions-Update zurückzuführen, bei dem ein Techniker einen Fehler gemacht hatte, was zu ein oder zwei kurzen Unterbrechungen pro Jahr führte.
Mit unserer Carrier-Switch-Lösung, die bis gestern Abend in einer Windows-Cluster-Umgebung in unserem Rechenzentrum lief, häuften sich die Probleme ab 2025 und traten zuerst sporadisch, dann wiederkeherend auf. Das unkontrollierte Verhalten einiger Dienste stellte sogar eine Herausforderung für den Hersteller unserer Lösung dar, da wir sie bereits Anfang 2025 mit dem Problem konfrontiert hatten.
Er sah sich wiederum dem Rätsel gegenüber, warum dies geschah, und analytische Untersuchungen führten nicht zu einer endgültigen Lösung. Er bestätigte jedoch, dass auch andere Kunden in bestimmten Windows Datacenter Cluster-Umgebungen dieselben Probleme haben und man es Microsoft diverse Male berichtet hätte.
Damals wurde uns mitgeteilt, dass der Hersteller intensiv daran arbeite, die gesamte Software-Suite (was einen erheblichen Aufwand bedeutete) auf Linux zu portieren, und dass ab August 2025 tatsächlich eine Version für Linux verfügbar sein werde.
Da wir in der Vergangenheit immer eine gute Beziehung zum Hersteller gepflegt haben und sogar zur Entwicklung bestimmter Funktionen beigetragen haben, haben wir uns 2025 entschieden, bei dem zu bleiben, was wir kennen. Wir wollten jedoch nicht das Risiko eingehen, gleich mit den ersten Versionen auf Linux umzusteigen, da dies einerseits eine gewisse Komplexität mit sich bringt, die je nach Umfang der Funktionen zunimmt, und andererseits, weil zwei oder drei Funktionen, die in der Windows-Cluster-Version vorhanden waren, in der neuen Linux-Version noch nicht vollständig verfügbar waren oder sich noch in der Beta-Phase befanden.
Im Januar 2026 konnten wir endlich aufatmen, da andere Telekommunikationsanbieter bereits im Spätherbst den Schritt gewagt hatten, und das System funktionierte zuverlässig, auch unter hoher Last, und erfüllte unsere wichtigsten Anforderungen.
Im Februar 2026 begannen wir mit der Installation eines Linux-Clusters im Rechenzentrum und führten erste Tests in einer kleinen, noch nicht vollständig konfigurierten Umgebung durch, die sehr vielversprechend waren. Im März und April haben wir dann das Grosskunden-Geschäft darüber laufen lassen, also Telefonie-Verkehr von anderen AnbieterInnen. Dies brachte uns Last, auch wenn es nur ein Durschlaufen des Verkehrs woanders hin bedeutet, aber auch die Gewissheit, dass das System skaliert, wie es früher mal der Fall war.
Die Migration
Die iQcom (Switzerland) GmbH verwaltet über 15.000 Anschlüsse mit ihren Telefon- und Internetdiensten, mehrheitlich für KMUs. Viele unserer Kunden sind seit mehr als 10 Jahren bei uns, und zum Glück sind sie auch in den letzten, turbulenten Monaten treu geblieben (mit Ausnahme eines kleinen Unternehmens).
Im Laufe der Jahre haben wir natürlich riesige Mengen an Kundendaten gesammelt. Allein das Datenvolumen, das mit unserer Vorreiterrolle bei der E-Mail-zu-Fax-, Fax-zu-E-Mail- (PDF-) und Druck-zu-Fax-Übertragung mit dem ehemaligen QuadCom Faxbox, heute iQcom Online Fax, zusammenhängt, ist enorm. Darüber hinaus gibt es Dutzende weiterer, voneinander getrennte Kundendatenquellen, und die Tatsache, dass wir direkt mit 400 Telekommunikationsunternehmen verbunden sind und eine Tier-1-Verbindung zu 3.100 Telekommunikationsunternehmen weltweit pflegen, bedeutet, dass das Konfigurationsvolumen gigantisch ist.
Mit der neuen Linux-Version wurden auch neue Benutzeroberflächen auf Basis der neuesten Technologie eingeführt, die natürlich diese Einstellungen und Dateien widerspiegeln und auch die Funktionalität bestehender Geräte gewährleisten müssen, selbst wenn einige Modelle nicht mehr unterstützt werden.
Am 20.05.2026 um 19:00 Uhr wurde der Windows-Cluster, der erst vor einem Jahr mit neuer Hardware ausgestattet worden war, mit Freude und Erleichterung durch den CTO von iQcom abgeschaltet, und der neue Linux-Cluster übernahm seine Aufgaben mit einer kurzen Unterbrechung nahtlos. Einbezogene Kunden bestätigten wenige Minuten danach, dass Sie Ihre Online Faxe aus dem Jahr 2011 als PDF abrufen konnten.
Dankeschön
Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um uns einerseits bei dem Lösungsanbieter zu bedanken, dessen vierköpfiges Team uns in den letzten drei Monaten während des gesamten Migrationsprozesses unterstützt hat, und andererseits bei unseren Kunden, die uns trotz der gelegentlichen Ausfälle in den letzten Monaten die Treue gehalten haben.